Die Anfänge der viertesten Welle von Radio Bremen! Am 1. Dezember 1986 startete Radio Bremen die erste „Rock- und Popwelle“ Deutschlands und zugleich die erste Jugendwelle der ARD. Bremen Vier war somit Vorreiter für nachfolgend entstandene Sender, wie Fritz, EinsLive oder N-Joy. Im Land Bremen wurden zudem 1985 zwei neue Frequenzen erschlossen, die zu belegen waren. In Bremen die 101,2 MHz und in Bremerhaven 100,8 MHz. Der Rundfunkrat von Radio Bremen stimmte am 26. Juni der Auffassung des Direktoriums zu, diese 4. UKW-Frequenzkette für ein zusätzliches öffentlich-rechtliches Hörfunkprogramm zu nutzen und so wurde dies bei der der Deutschen Bundespost beantragt. Bis September mussten nun eine detaillierte Konzeption und ein verbindlicher Finanzrahmen für das neue Programm zur endgültigen Entscheidung vorliegen. Die Beobachtung, dass die ständig wachsende Zahl überwiegend jugendlicher Hörer nicht mehr damit zufrieden war, nur zu bestimmten Zeiten in einem Radioprogramm Musik für junge Menschen zu hören und der Umstand, dass das ältere Publikum nicht bereit war, diese internationale Musik in ihrem Programm zu akzeptieren, legte die Überlegung für eine eigene Jugendwelle nahe. Zudem sollte eine öffentlich-rechtliche Alternative zu den entstehenden Privatsendern geschaffen werden. Seit dem 1. Januar 1985 gab es spezielle Jugendsendungen zu bestimmten Zeiten auf der Radio Bremen Eins Hansawelle. So wurde ein Konzept für eine vierte Welle von Radio Bremen erarbeitet. Dr. Wolfgang Hagen, seinerzeit Leiter der Abteilung „Kultur Aktuell“ bei Radio Bremen, hatte die Idee eines Programms eigens für Jugendliche und entwickelte diese Idee weiter. Anfangs mit Jürgen Büsselberg, dann auch mit Berthold Brunsen und weiteren Kollegen aus der Jugend-Abteilung von Radio Bremen, die schon vereinzelte Sendungen auf der Hansawelle gestalteten, wie Pausenlos, RIZZ’ und Nanu. Am 23. September war es dann soweit. Der Rundfunkrat gab auf einer öffentlichen Sitzung grünes Licht für das neue Programm. Ab November ’86 lief als Dauerschleife der legendäre Bremen-Vier-Rap. Anfangs mit Wolfgang Hagen und Berthold Brunsen, später kamen noch die andern Kollegen mit eigenem Sprechgesang hinzu. Dann kam der Montag, 1. Dezember 1986. Der erfolgreiche und bekannte Bremer Kaffeepott, die Morgensendung der Hansawelle war um 9 Uhr zu Ende, die Nachrichten wurden verlesen. Im Verkehrs-Dienst wird vor überfrierender Nässe in Niedersachsen gewarnt und um 5 Minuten nach 9 und wenigen Sekunden war es dann soweit: Radio Bremen Vier startet mit dem 101-Mix und dem Song „Pop Muzic“ von M. Als erster darf Jürgen Büsselberg die Hörer der neuen Welle begrüßen. Bremen Vier war von Anfang an innovativ. Neben dem Umstand, dass es überhaupt das erste Programm überwiegend für Jugendliche war, ist es auch technisch von Anfang an immer vorn dabei gewesen. Die Sendungen kommen aus einem Selbstfahrstudio, das heißt der Moderator legt die Musik auf und kann auch sonst die komplette Technik selbst bedienen. Bisher war es üblich, dass der Moderator wirklich nur moderiert hat und ein Techniker in einem Nachbarraum alles weitere erledigt hat. Der Sprecher konnte noch nicht mal sein eigenes Mikrofon einschalten. Mit dieser technischen Neuerung ist es viel einfacher geworden, schneller zu reagieren, mit der Musik flexibeler zu sein oder sogar direkt mit Hörern per Telefon in der Sendung zu sprechen. Es entstand die größtmögliche Nähe vom Moderator zur Sendung und zum Publikum. Neben dieser Neuerung wurden auch von Anfang an Computer eingesetzt. Die Erstellung der Titelliste, GEMA-Abrechnung und die Verwaltung des Plattenarchivs erfolgten per Computer. Heutzutage wird sogar die Musik vom Computer abgespielt, was damals so noch nicht möglich war. Schnell wurde Bremen Vier bekannt und schon im ersten Sendejahr wurden auf Anhieb rund 80.000 Hörer erreicht. So nahm die Erfolgsgeschichte von Bremen Vier ihren Anfang!
Das Team zum Start: Wellenleiter Moderatoren Moderierende Gäste Sendeassistenz |
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